Fasern des Kapokbaums auf einer Gartenbank

Pflegehinweise für Kapok-Kissen

Erfahren Sie mehr über diese besondere Pflanzenfaser.

Der Kapokbaum stammt aus Mittel- und Südamerika. Heute ist er vor allem in den tropischen Zonen Asiens zu finden, wo er wild, also nicht in Plantagen oder Monokulturen, wächst. Seine Fruchtkapseln enthalten die pfeffergroßen Samen, deren seidenweiche Samenhaare als Kapok oder auch Pflanzendaune bezeichnet werden. Zur Erntezeit werden die reifen Kapseln von Hand gepflückt, geöffnet und an der Sonne getrocknet. In einer Gebläsekammer werden dann die luftig-leichten Fasern von den Samen getrennt. Ein Kapokbaum liefert pro Jahr etwa 20 kg Fasern.

Bis in die 1950er Jahre war Kapok auch in Europa bekannt und wurde als Füll- und Polstermaterial oft verwendet. Mit dem Siegeszug der Schaumstoffe und Synthetikmaterialien geriet diese wertvolle Naturfaser fast in Vergessenheit. Aufgrund ihrer Eigenschaften ist sie aber hervorragend für Kopfkissen und Bettdecken geeignet:

  • Da Kapokbäume wild wachsen, kommen weder Dünge- noch Spritzmittel zum Einsatz.
  • Auch nach der Ernte erfährt die Kapokfaser keine weitere Behandlung, keine Wäsche und keinerlei chemische „Veredelung“. Sie wird völlig naturbelassen verwendet.
  • Bei den bis zu 4 cm langen „Haaren“ handelt es sich um extrem leichte Hohlfasern. Wegen des großen Lufteinschlusses isoliert Kapok gut und ist angenehm wärmend. Kapokfasern haben eine seidig-glatte Oberfläche, weshalb sie nicht filzen oder klumpen.
  • Veganer schätzen Kapok als natürliche Alternative zu Polyester-Füllungen.
  • Kapok ist atmungsaktiv. Durch eine natürliche Wachsbeschichtung wird Feuchtigkeit nicht aufgesaugt (wie z.B. bei Baumwolle), sondern rasch weitergeleitet. Die Faser bleibt so trocken, dass Kapok über Jahrzehnte als Füllung für Schwimmwesten und Rettungsringe verwendet wurde!
    Diese Eigenschaft sorgt für ein angenehm trockenes Bettklima, das es Hausstaubmilben schwer macht, sich zu entwickeln. Kissen mit Kapokfüllung sind daher – wie übrigens auch Bettwaren aus Wolle – eine gute Alternative für Allergiker.

Wie alle Bettwaren aus Naturfasern braucht auch Kapok etwas Pflege:

Bitte waschen Sie die Füllung nicht. Sie würde verfilzen.

Stattdessen legen Sie ihr Kissen mindestens zwei- bis dreimal im Jahr an einem sonnigen Tag in die pralle Sonne. So kann das Kissen voll austrocknen und die Fasern regenerieren sich.
Achtung: Produkte aus Wolle bitte niemals in die Sonne legen. Die UV-Strahlen würden das Lanolin (Wollfett) zerstören, das für die guten Eigenschaften von Wolle verantwortlich ist.

Die feinen Kapokfasern brechen etwas leichter als andere Fasern. Daher sind die Kissen eher kräftig gefüllt. Entnehmen Sie einfach etwas Füllung, bis sich Ihr Kissen ergonomisch an Sie und Ihren Schlafplatz anpasst. Die restliche Füllung bewahren Sie in einem Beutel auf. Nach 1-2 Jahren, wenn das Kissen durch ersten Faserbruch dünner geworden ist, können Sie es durch Nachfüllen wieder etwas bauschiger machen.
Bitte reißen Sie den Reißverschluss nicht einfach auf, sonst könnten sich die direkt darunter liegenden Fasern im Verschluss verhaken. Stellen Sie das Kissen so auf, dass der Reißverschluss oben liegt. Dann vorsichtig den Reißverschluss (gleichzeitig etwas nach oben ziehen) 3-4 cm öffnen. Nun mit dem Zeigefinger ins Kissen unter den Reißverschluss fahren und langsam öffnen.

Nach 3-5 Jahren sollten Sie die Füllung erneuern. Die alte Füllung können Sie kompostieren.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem Kapok-Kissen und einen erholsamen Schlaf.